Der Flugzeugabsturz in den französischen Alpen sorgt bei vielen Passagieren für große Angst. Was kann man tun, wenn der Urlaub bevorsteht und der Flieger schon gebucht ist? Hier die besten Tipps:

Seminar gegen Flugangst

Menschen, bei denen die Angst vorm Fliegen überdurchschnittlich groß ist, haben zum Beispiel die Möglichkeit, ein Seminar gegen Flugangst zu belegen. Diplom-Psychologin Linda Föhrer verriet über ihre Arbeit in einem Interview mit dem „Stern“: „Allen, denen Fliegen nun nicht geheuer ist, rate ich, ruhig die Fakten zu betrachten: Die Anzahl der Flüge etwa hat sich in den vergangenen Jahren verdoppelt, die Anzahl der Unfälle ist aber in etwa gleich geblieben.“

Ein Seminar-Besuch gegen Flugangst dauert gerade einmal einen Tag. Ein Pilot vermittelt den Teilnehmern Fakten, erklärt Technik und Aufbau eines Flugzeugs – um die Ängste von Kontrollverlust zu mindern. In einem anschließenden Gespräch wird die Angst aus psychologischer Sicht beleuchtet.

Autogenes Training, Massagen und Entspannungs-Übungen bei Flugangst.

Hilfreich gegen Flugangst und auch ohne Seminar ganz einfach zu absolvieren sind Übungen, die zur Entspannung beitragen – etwa Autogenes Training oder Massagen können bei Anspannung und Belastung helfen. Sind Körper und Geist entspannt, lässt es sich leichter fliegen und der Stresspegel wird niedrig gehalten.

Medikamente gegen Flugangst (Aviophobie) – die allerletzte Lösung?

Häufig verschreiben Ärzte bei panischer Angst vorm Fliegen Medikamente, die zur Entspannung beitragen sollen. Diese sind jedoch nur im äußersten Notfall einzunehmen und unbedingt immer in Absprache mit einem praktizierenden Mediziner. Bedenken Sie: Auch pflanzliche Mittel wie Baldrian können die Nerven ein wenig beruhigen. Mit der Einnahme wird allerdings die Angst vorm Fliegen nicht bekämpft, sondern lediglich unterdrückt.

Ablenkung während des Fluges

Im Auftrag des Gesundheitsportals „Apotheken Umschau“ berichten die durchschnittlich meisten Betroffenen, sie würden mit intensiver Ablenkung wie Lesen, Musikhören oder konzentriertem Fernsehen gegen ihre Flugangst vorgehen (42,1 %).

Auch von einer intensiven Unterhaltung mit dem Sitznachbarn versprechen sich viele Ablenkung (29,8 %). Jeder siebte Passagier mit Flugangst (14,1 %) nimmt pflanzliche Beruhigungsmittel wie z. B. Baldrian ein oder reist möglichst frühzeitig zum Flughafen an, um sich in Ruhe auf den bevorstehenden Flug einzustimmen (13,8 %).

Fast ebenso viele versuchen, ihre Angst zu bekämpfen, indem sie möglichst früh einen ihnen angenehmen Sitzplatz reservieren (12,7 %). Einige (7,1 %) schwören auf die Mitnahme eines Glücksbringers oder Talismans. 6,3 % meinen hingegen, nur durch den Konsum alkoholischer Getränke einen Flug überstehen zu können, weitere 5,9 % wenden besondere Atemtechniken an. Nur wenige retten sich mit anderen verschreibungspflichtigen (6,0 %) oder rezeptfreien (5,1 %) Beruhigungsmitteln über die Flugzeit hinweg.