Zecken sind in diesem Jahr, durch den milden Winter, ungewöhnlich früh aktiv.

Die kleinen blutsaugenden Parasiten sitzen auf Grashalmen, an Buschzweigen und im Unterholz. Dort lauern sie auf Warmblüter, d. h. Tiere und Menschen. Die Zecken lassen sich im Vorübergehen von dem Warmblüter abstreifen, krallen sich an ihm fest und stechen zu, um an sein Blut zu kommen. Dabei besteht die Gefahr der Ansteckung mit verschiedenen Krankheiten. Die von ihnen am häufigsten in Deutschland übertragenen sind Borreliose und FSME.

Bei FSME, einer fieberhaften Viruserkrankung, unter Beteiligung der Hirnhäute, kann es in besonders schweren Fällen zur Gehirnentzündung und zur Schädigung des Rückenmarks kommen. Für die Behandlung der FSME gibt es keine Medikamente. Daher raten Ärzte zur Schutzimpfung in den Risikogebieten.

FSME ist in Deutschland vornehmlich auf Risikogebiete im Süden konzentriert.

Für Borreliose, einer bakteriellen Erkrankung, mit unterschiedlichenVerlaufsformen, gibt es keine Impfung. Mit durchlebter Krankheit findet keine Immunisierung statt. Behandelt werden kann sie mit Antibiotika.

Sie kommt bundesweit vor.

was kann man vorbeugend tun?

  • Angemessene Kleidung bei Spaziergängen im Grünen wie z.B: lange Hosenbeine, diese in die Socken stopfen, langärmlige Oberteile
  • Helle Kleidung ist günstiger als dunkle. Zecken kann man gut darauf erkennen und noch vor einem Stich entfernen.
  • Es existiert eine Bandbreite von Abwehrmitteln wie Sprays oder Lotionen.
  • Natürliche, Chemische sowie Mittel, die man nur auf die Kleidung aufträgt. Durch diese soll ein Duftmantel um den Wirt aufgebaut werden.
  • Bitte beachten: keines dieser Mittel wirkt länger als 3 Std, eher weniger. Daher empfiehlt  sich regelmäßiges Nachcremen/ -sprühen.
  • Eine zeitnahe Untersuchung des Körpers nach einem Aufenthalt in der Natur ist ratsam. Bevorzugte Stellen, der winzigen Krabbler sind an den Armen, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Schritt.

wenn einen doch eine Zecke erwischt hat

  • hilft eine spezielle Zeckenzange oder eine sogenannte Zeckenkarte. Die Parasiten dürfen nicht gequetscht werden, sonst gelangen die Viren und Bakterien in den Körper des Wirts. Anschließend sollte der Stich desinfiziert werden.

woran erkennt man eine Borreliose

Die Symptome der Borreliose sind vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich ausfallen.

Laborwerte von Blutuntersuchungen geben leider nicht in jedem Fall verlässliche Antworten.

Ein relativ sicheres Indiz für Borreliose ist die Wanderröte. Sie kann wenige Stunden oder mehrere Wochen nach der Übertragung auftreten. Die Rötung taucht meist zuerst um den Stich herum auf, kann im Verlauf der Infektion aber wandern. Alle Schattierungen und Formen sind möglich – von hell- bis dunkelrot und kreisrund bis strichförmig. In manchen Fällen fehlt die Röte komplett, aber die Haut meldet sich mit Hitzeeffekten.

Es kommt aber nicht bei jeder Infizierung zwangsläufig zu dieser Röte.

Weitere mögliche Symptome sind

  • Geschwollene Lymphknoten
  • Abgeschlagenheit, anhaltende Müdigkeit und Schwäche
  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Muskel- und Nervenschmerzen
  • Reizbarkeit
  • Geschwollene Gelenke
  • Geschwächter Allgemeinzustand, ähnlich einer Grippe
  • Taubheit
  • Lähmungen
  • Beeinträchtigungen der Konzentration und des Erinnerungsvermögens
  • Änderungen des Wesens

Wann zum Arzt

Sobald nach einem Zeckenstich eines oder mehrere dieser Symptome auftreten sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.